Station 9: Hans Jossi - Retter des Greuterhofs

Rundgang Station 9

Wenn Sie am Südeingang des Greuterhofs stehen, fällt Ihr Blick auf ein besonderes Kunstwerk: ein Bronze-Relief, das an den Mann erinnert, dem wir es zu verdanken haben, dass diese historische Anlage überhaupt noch existiert. Hans Jossi.

Hans Jossi Bronze Relief

Das Relief zeigt einen geöffneten Ring, begleitet von einer Inschrift, die Jossis Lebensphilosophie auf den Punkt bringt:

„Kopf und Herz und Hand vereint in Form sprengen enges Band von Zeit und Norm.“

Dieser Satz ist mehr als ein Motto – es ist eine Haltung. Er beschreibt, was Jossi ausmachte: Den Mut zu denken, das Herz zu handeln und die Hand anzupacken.

Hans Jossi Portrait

Hans Jossi wurde 1928 in Islikon geboren. Schon als junger Mann übernahm er Verantwortung im elterlichen Betrieb und entwickelte sich zum erfolgreichen Unternehmer und Industriellen. Er galt als Pragmatiker mit Herz, als jemand, der nicht nur wirtschaftlich dachte, sondern stets auch sozial handelte.

Greuterhof vor Rennovation

Als Hans Jossi 1978 den Greuterhof kaufte, war die Anlage in einem erbärmlichen Zustand – verfallen, vermüllt, vom Abriss bedroht. Doch Jossi sah mehr als Ruinen. Er sah eine Vision: einen Ort, der Geschichte bewahrt und zugleich Zukunft gestaltet.

Greuterhof Rennovation

Mit unermüdlichem Einsatz und einer Gruppe von Freiwilligen begann er, den Greuterhof Stein für Stein zu retten – ohne grosses Budget, aber mit Leidenschaft und Entschlossenheit.

Nur drei Jahre später, 1981, gründete er die Stiftung Bernhard Greuter, die heutige Stiftung Greuterhof Islikon. Ihr Ziel war klar:

Das historische Erbe bewahren – und es für Bildung, Begegnung und Berufsausbildung nutzbar machen.

Damit knüpfte Jossi direkt an das Werk Bernhard Greuters an: Beide Männer verband der Glaube an Innovation, Verantwortung und soziale Teilhabe.

Wie Greuter ein Jahrhundert zuvor setzte sich auch Jossi für Menschen ein, die Unterstützung brauchten – insbesondere für Jugendliche und Menschen mit Behinderung.

Sein Leitgedanke lautete:

„Jeder Mensch hat individuelle Stärken. Jede sinnvolle Arbeit ist wichtig, unentbehrlich – und gesellschaftlich gleichwertig.“

Nach seinem tragischen Unfalltod im Jahr 2004 führten Andreas Jäger und ein engagierter Freundeskreis sein Werk weiter. Sie sorgten dafür, dass die Restaurierung, die Finanzierung und die Idee des Greuterhofs lebendig blieben.

Das Relief am Südeingang ist heute nicht nur eine Erinnerung an Hans Jossi, sondern auch ein Symbol – für das, was entsteht, wenn Kopf, Herz und Hand zusammenwirken. Es erinnert uns daran, dass Fortschritt nicht allein aus Maschinen, Plänen oder Geld entsteht, sondern aus Leidenschaft, Engagement und Menschlichkeit.

Hans Jossi hat den Greuterhof nicht einfach restauriert – er hat ihm ein zweites Leben geschenkt.

Und so steht dieses Gebäudeensemble heute nicht nur für die Pionierzeit der Industrialisierung, sondern auch für die Kraft eines einzelnen Menschen, der mit Weitblick, Wille und Wärme ein Stück Schweizer Geschichte gerettet hat.

Damit endet Ihr Rundgang durch den Greuterhof Islikon. Wir bedanken uns herzlich für Ihren Besuch und hoffen, dass Sie einen inspirierenden Einblick in die Geschichte dieses einzigartigen Ortes erhalten haben.

Gerne laden wir Sie ein, Ihren Aufenthalt fortzusetzen – vielleicht bei einem Besuch im Restaurant «Schmitte» oder bei einer unserer kulturellen Veranstaltungen.

Wenn Ihnen der Greuterhof am Herzen liegt, freuen wir uns über Ihre Unterstützung: Der Verein Greuterhof setzt sich mit viel Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses historischen Gebäudes ein. Eine Mitgliedschaft oder eine Spende helfen uns, dieses Industriedenkmal auch für kommende Generationen zu bewahren und lebendig zu halten.

Vielen Dank für Ihr Interesse – und auf Wiedersehen im Greuterhof Islikon.

Station 9: Hans Jossi - Retter des Greuterhofs
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